Johann Christoph Leberecht Volkhart: Unterschied zwischen den Versionen

Aus FürthWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (Marocco verschob die Seite Johann Leberecht Volkhart nach Johann Christoph Leberecht Volkhart: Genauerer Name)
K (Textersetzung - „|von Objekt=“ durch „|VonObjekt=“)
 
(8 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
 
|Nachname=Volkhart
 
|Nachname=Volkhart
 
|Geschlecht=männlich
 
|Geschlecht=männlich
|Abweichende Namensform=Volkhard
+
|AbweichendeNamensform=Volkhard
 
|Geburtsdatum=1767
 
|Geburtsdatum=1767
 
|Todesdatum=1814
 
|Todesdatum=1814
|Beruf=Buchdrucker
+
|Beruf=Buchdrucker, Verleger
 
}}
 
}}
 
{{Adresse
 
{{Adresse
 
|Adressart=Wohn- und Geschäftshaus
 
|Adressart=Wohn- und Geschäftshaus
|Straße=Markgrafengasse
+
|Strasse=Markgrafengasse
 
|Hausnummer=12
 
|Hausnummer=12
|von Objekt=Person
+
|VonObjekt=Person
 
}}
 
}}
 
{{Familie
 
{{Familie
Zeile 22: Zeile 22:
 
|Verwandtschaftsgrad=Sohn
 
|Verwandtschaftsgrad=Sohn
 
}}
 
}}
'''Johann Christoph Leberecht Volkhart''', auch Volkhard, ([[1767]] - [[1814]]) war ein Fürther Buchdrucker. Er gründete [[1799]] in der Fürther [[Markgrafengasse]] 12 eine Buchdruckerei und wurde kgl. preuß. privil. Buchdrucker.
+
'''Johann Christoph Leberecht Volkhart''', auch Volkhard, ([[1767]] - [[1814]]) war ein Fürther [[Buchdrucker]] und [[Verleger]]. Er gründete [[1799]] in der Fürther [[Markgrafengasse]] 12 eine Buchdruckerei, die auch als Verlag fungierte, und wurde kgl. preuß. privil. Buchdrucker.
  
 
==Leben==
 
==Leben==
Volkhart war zweimal verheiratet und hatte 2 Söhne: [[Albrecht Volkhart]] entstammte seiner ersten Ehe mit Rosina Lips, [[Julius Volkhart]] war sein Sohn aus 2. Ehe.
+
Christoph Volkhart verlegte im November 1799 seine Buchdruckerei von Dinkelsbühl nach Fürth und wohnte zunächst im Haus-Nr. 366.<ref>„[[Fürther Anzeiger]]“ vom 12. November 1799</ref>
 +
Er war zweimal verheiratet und hatte 2 Söhne: [[Albrecht Volkhart]] entstammte seiner ersten Ehe mit Rosina Lips, [[Julius Volkhart]] war sein Sohn aus zweiter Ehe.
  
Die Familiengeschichte erzählt, Johann Leberecht Volkhart sei der Drucker gewesen, der die Schrift gegen Napoléon „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ druckte, um derentwillen der Nürnberger Buchhändler Johann Phillip Palm<ref>Johann Phillip Palm - [http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Philipp_Palm Wikipedia] </ref> auf direkten Befehls Napoléon verhaftet und am [[26. August]] [[1806]] in Braunau erschossen wurde. Verfasser des Textes war der Sage nach Adam Rümmelein, Student der Theologie in Erlangen und in Fürth als Hofmeister bei der Familie Reißig lebte. Napoléon wollte den Besitzer der Druckerei ebenfalls verhaften lassen, Volkhart entzog sich der Verhaftung durch die französischen Polizisten, da er von Nachbarn gewarnt wurde. Er entwischte durch eine kleine Tür in die Untere Königsstraße und floh nach Schweden, woher seine Familie ursprünglich stammte. Erst nach dem Sturz von Napoléon [[1814]] kam Volkhart wieder zurück.<ref>Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 210</ref> Johann Leberecht Volkhart starb noch im gleichen Jahr ([[1814]]).
+
Die Familiengeschichte erzählt, Johann Christoph L. Volkhart sei der Drucker gewesen, der die Schrift gegen Napoléon Bonaparte „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ druckte, um derentwillen der Nürnberger Buchhändler Johann Phillip Palm<ref>{{Quelle Wikipedia|Johann Philipp Palm}}</ref> aufgrund eines direkten Befehls von Napoléon Bonaparte verhaftet und am [[26. August]] [[1806]] in Braunau am Inn erschossen wurde. Verfasser des Textes war der Sage nach Adam Rümmelein, Student der Theologie in [[Erlangen]], der in Fürth als Hofmeister bei der Familie Reißig lebte. Napoléon Bonaparte wollte den Besitzer der Druckerei ebenfalls verhaften lassen, aber Volkhart entzog sich der Verhaftung durch die französischen Polizisten, da er von Nachbarn gewarnt wurde. Er entwischte durch eine kleine Tür in die Untere Königsstraße und floh nach Schweden, woher seine Familie ursprünglich stammte. Erst nach dem Sturz von Napoléon Bonaparte [[1814]] kam Volkhart wieder zurück.<ref>Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 210</ref> Zu dieser Zeit wurde desöfteren die Polizei zu ihm geschickt, die dann Hausdurchsuchungen vornahm, um politische Schriften zu finden, die damals der Zensur unterlagen. Es wurde aber nie etwas gefunden.<ref>[[Barbara Ohm]]: ''Demokratische Bestrebungen im Fürth des 19. Jahrhunderts''. In: [[Fürther Geschichtsblätter]], Ausgabe 1/2019, S. 5 - 6</ref> Johann Leberecht Volkhart starb noch im gleichen Jahr ([[1814]]).
  
Sein Sohn aus 1. Ehe, [[Albrecht Volkhart]], ([[1804]] - [[1863]]) wurde nach dem Tod seines Vaters zu einem Vormund gegeben und trat dann als Lehrling in die Bieling'sche Druckerei in Nürnberg ein. [[1827]] erwarb er in Augsburg eine eigene Druckerei. Er gab das liberale „Augsburger Anzeigeblatt“ heraus und war ein unerschrockener Kämpfer für Pressefreiheit.
+
Sein Sohn aus erster Ehe, [[Albrecht Volkhart]], ([[1804]] - [[1863]]) wurde nach dem Tod seines Vaters zu einem Vormund gegeben und trat dann als Lehrling in die Bieling'sche Druckerei in [[Nürnberg]] ein. [[1827]] erwarb er in Augsburg eine eigene Druckerei. Er gab das liberale „Augsburger Anzeigeblatt“ heraus und war ein unerschrockener Kämpfer für Pressefreiheit.
  
Der Sohn aus 2. Ehe, [[Julius Volkhart]], führte die Fürther Druckerei weiter und kam als Verleger der ersten Fürther Tageszeitung, dem „[[Fürther Tagblatt]]“, zu großem Wohlstand und Ansehen.
+
Der Sohn aus zweiter Ehe, [[Julius Volkhart]], führte die Fürther Druckerei weiter und kam als Verleger der ersten Fürther Tageszeitung, dem „[[Fürther Tagblatt]]“, zu großem Wohlstand und Ansehen.
  
==Frühere Adressbezeichnungen<ref>laut Adressbücher</ref>==
+
==Frühere Adressangaben<ref>laut Adressbücher</ref>==
 
* 1807: Markgrafengaße Haus-Nr. 331
 
* 1807: Markgrafengaße Haus-Nr. 331
 
* 1819: Markgrafengasse Haus-Nr. 331
 
* 1819: Markgrafengasse Haus-Nr. 331
 
* 1846: Markgrafengasse Nr. 86
 
* 1846: Markgrafengasse Nr. 86
 +
 +
==Werke==
 +
* 1804: „Verzeichnis von gebundenen theologischen und andern wissenschaftlichen Büchern welche bei Friedrich Heerdegen in Fürth um beigesetzte Preise zu haben sind. Mit einem Anhang. Gedruckt bei Christoph Volkhart“
 +
* 1811: „Lieder zum Gebrauch der Fürther Bürgerschule besonders bei ihren Prüfungen. Erste Sammlung. Fürth. 1811. Gedruckt mit Volkhartschen Schriften.“ - [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:30:4-143383 online-Digitalisat]
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==

Aktuelle Version vom 29. Januar 2024, 03:08 Uhr

Johann Christoph Leberecht Volkhart, auch Volkhard, (1767 - 1814) war ein Fürther Buchdrucker und Verleger. Er gründete 1799 in der Fürther Markgrafengasse 12 eine Buchdruckerei, die auch als Verlag fungierte, und wurde kgl. preuß. privil. Buchdrucker.

Leben[Bearbeiten]

Christoph Volkhart verlegte im November 1799 seine Buchdruckerei von Dinkelsbühl nach Fürth und wohnte zunächst im Haus-Nr. 366.[1] Er war zweimal verheiratet und hatte 2 Söhne: Albrecht Volkhart entstammte seiner ersten Ehe mit Rosina Lips, Julius Volkhart war sein Sohn aus zweiter Ehe.

Die Familiengeschichte erzählt, Johann Christoph L. Volkhart sei der Drucker gewesen, der die Schrift gegen Napoléon Bonaparte „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ druckte, um derentwillen der Nürnberger Buchhändler Johann Phillip Palm[2] aufgrund eines direkten Befehls von Napoléon Bonaparte verhaftet und am 26. August 1806 in Braunau am Inn erschossen wurde. Verfasser des Textes war der Sage nach Adam Rümmelein, Student der Theologie in Erlangen, der in Fürth als Hofmeister bei der Familie Reißig lebte. Napoléon Bonaparte wollte den Besitzer der Druckerei ebenfalls verhaften lassen, aber Volkhart entzog sich der Verhaftung durch die französischen Polizisten, da er von Nachbarn gewarnt wurde. Er entwischte durch eine kleine Tür in die Untere Königsstraße und floh nach Schweden, woher seine Familie ursprünglich stammte. Erst nach dem Sturz von Napoléon Bonaparte 1814 kam Volkhart wieder zurück.[3] Zu dieser Zeit wurde desöfteren die Polizei zu ihm geschickt, die dann Hausdurchsuchungen vornahm, um politische Schriften zu finden, die damals der Zensur unterlagen. Es wurde aber nie etwas gefunden.[4] Johann Leberecht Volkhart starb noch im gleichen Jahr (1814).

Sein Sohn aus erster Ehe, Albrecht Volkhart, (1804 - 1863) wurde nach dem Tod seines Vaters zu einem Vormund gegeben und trat dann als Lehrling in die Bieling'sche Druckerei in Nürnberg ein. 1827 erwarb er in Augsburg eine eigene Druckerei. Er gab das liberale „Augsburger Anzeigeblatt“ heraus und war ein unerschrockener Kämpfer für Pressefreiheit.

Der Sohn aus zweiter Ehe, Julius Volkhart, führte die Fürther Druckerei weiter und kam als Verleger der ersten Fürther Tageszeitung, dem „Fürther Tagblatt“, zu großem Wohlstand und Ansehen.

Frühere Adressangaben[5][Bearbeiten]

  • 1807: Markgrafengaße Haus-Nr. 331
  • 1819: Markgrafengasse Haus-Nr. 331
  • 1846: Markgrafengasse Nr. 86

Werke[Bearbeiten]

  • 1804: „Verzeichnis von gebundenen theologischen und andern wissenschaftlichen Büchern welche bei Friedrich Heerdegen in Fürth um beigesetzte Preise zu haben sind. Mit einem Anhang. Gedruckt bei Christoph Volkhart“
  • 1811: „Lieder zum Gebrauch der Fürther Bürgerschule besonders bei ihren Prüfungen. Erste Sammlung. Fürth. 1811. Gedruckt mit Volkhartschen Schriften.“ - online-Digitalisat

Literatur[Bearbeiten]

Konrad Kurz, Urenkel von Julius Volkhart, in einem Brief an Adolf Schwammberger, 1963

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fürther Anzeiger“ vom 12. November 1799
  2. Artikel Johann Philipp Palm aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
  3. Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 210
  4. Barbara Ohm: Demokratische Bestrebungen im Fürth des 19. Jahrhunderts. In: Fürther Geschichtsblätter, Ausgabe 1/2019, S. 5 - 6
  5. laut Adressbücher