Tanzschule Streng

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Der große Ballsaal.
Die Tanzschule Streng ist eine traditionsreiche Tanzschule in der Fürther Theaterstraße 5. Sie verfügt über 5 eigene Säle, darunter den großen Ballsaal mit 500 Sitzplätzen. Die Tanzschule gehört zu den ältesten und größten Tanzschulen in ganz Deutschland.

Geschichte

Carl Friedrich Streng
Die Tanzschule wurde 1889 von dem Pfarrerssohn und Kaufmann Carl Friedrich Streng (geb. 1856-1904) gegründet.

Während die Bälle von Beginn an im Weißengarten abgehalten wurden, fand der Unterricht anfangs in den Privaträumen Strengs statt, ehe sein Sohn Johannes Streng (1879-1953) das Anwesen mit dem populären Lokal und Biergarten 1919 erwarb.

1943 wurden alle Tanzveranstaltungen verboten, 1945 der Weißengarten von den US-Besatzern beschlagnahmt und in den letzten Teilen erst 1949 wieder freigegeben. Manfred Streng renovierte nach dem Tod Johannes Strengs den Weißengarten, so wurde das Gebäude nachträglich unterkellert, auch wirtschaftlich sanierte er die Tanzschule.

Das "Sommertheater".
Beim Weißengarten handelt es sich in kultureller Hinsicht um einen sehr geschichtsträchtigen Boden. So wurde später auf dem Biergarten ein Holzbau, das "Fürther Sommertheater", errichtet. Heute: Schulhof der Rosenschule. 1816 wurde auf Weißengartengrund das erste Fürther Theater erbaut.

Johannes Streng (1879-1853) übernahm nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1904 die elterliche Tanzschule. 1919 gingen er und seine Frau Franziska ein für die damalige Zeit sehr großes Wagnis ein. Ohne viel Geld, nur auf die eigene Arbeitskraft und Fleiß vertrauend, kauften sie den bei der Fürther Bevölkerung so beliebten Weißengarten. Alfred Streng (1914-1943) sollte eigentlich nach seinem Vater die Tanzschule übernehmen. Jedoch wurde er sofort nach der Tanzlehrerprüfung zur Wehrmacht eingezogen. Zwar überlebte er die Kämpfe um Stalingrad, kam dann jedoch in russischer Kriegsgefangenschaft um. So mußte sein Vater Johannes Streng mit 64 Jahren die Schule weiterhin führen. Als 1943 der "totale Krieg" ausgerufen wurde, verbot Adolf Hitler alle Tanzveranstaltungen und den Tanzunterricht. 1945 rückten die Amerikaner in Fürth ein, beschlagnahmten den Weißengarten und benutzten den großen Saal für Feste der Mannschaftsdienstgrade. Der kleine Saal diente als Offizierskasino. Wände und Tische wurden mit blauer Ölfarbe gestrichen und die Decke mit tarngrünen Fallschirmen abgehängt. Der wertvolle Steinwayflügel, zu dessen Klängen Generationen von Fürthern das Tanzen gelernt hatten, wurde weiß lackiert und darauf getanzt. Die amerikanische Militärregierung gestattete Johannes Streng erst im Herbst 1945, im kleinen Saal wieder Tanzunterricht zu geben. Der große Saal blieb beschlagnahmt und so mussten Schlussbälle in Gasthaussälen stattfinden. Erst 1949 räumten die Amerikaner den großen Saal. Der prächtige Ballsaal war total verwahrlost, der herrliche Kronleuchter demontiert und die Einrichtung in ganz Fürth und Umgebung verstreut. Klaviere, die man damals für die Musik im Unterricht benötigte, waren ruiniert.

Der große Ballsaal.
Johannes Streng mußte mit nunmehr 70 Jahren von vorn anfangen, es blieben ihm nur noch vier Jahre, um den Weißengarten wenigstens notdürfttig zu renovieren. Johannes Streng starb 1953.

Die folgenden Jahre kann man eigentlich nur überspringen. Immer weniger Tanzkurse fanden statt und im Hause Streng hielt man sich notdürftig mit öffentlichen Tanzveranstaltungen über Wasser. Geld für Reparaturen war nicht vorhanden und so verfiel der Weißengarten immer mehr.

Manfred Streng, der Enkel von Johannes Streng, hat zusammen mit seiner Frau Ingrid den guten Ruf der Tanzschule in überraschend kurzer Zeit erneuern und dem Weißengarten zu neuer Blüte verhelfen können.

Ingrid und Manfred Streng
Der Tanzkeller.
Nach der Tanzlehrer-Prüfung mußte Manfred Streng einen völlig maroden Betrieb und ein total verwahrlostes Anwesen übernehmen. Im Weißengarten regnete es durch sämtliche Dächer. Es blieb nichts anderes übrig, als durch "Ärmelhochkrempeln" in mühevoller Arbeit, die sich üer Jahre erstreckte, das Anwesen wieder in Schuss zu bringen.

Nach und nach konnte man endlich die Säle renovieren und erweitern.

Ab 1980 wunderte sich mancher Fürther, als fünf Jahre lang, Tag für Tag, über ein Förderband Aushubmaterial unter dem großen Weißengarten-Saal hervorquoll - der große Saal wurde nachträglich im Bergwerksverfahren unterkellert. Über 1.500 m3 Erdreich wurden ausgehoben, das meiste davon in Eigenleistung. Seitdem im Jahre 1985 der neue Tanzkeller eingeweiht wurde, hat der Weißengarten nach 50jähriger Pause wieder einen gastronomischen Betrieb.

1990 konnte der älteste Teil des Weißengartens zurückgekauft werden. Das alte Eckhaus wurde abgebrochen und darauf der Tanzschul-Parkplatz eingerichtet.

In den Jahren 2006 und 2007 wurde der alte kleine Saal abgebrochen, an seiner Stelle entstand ein moderner Neubau mit zwei großen, lichtdurchfluteten Sälen. Wie früher strahlt der alte Weißengarten-Ballsaal - heute mit vielen Lichteffekten und modernster Technik ausgestattet.

Siehe auch

Weblinks

Bilder