Hardsteg

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Hardsteg.jpg
Der Hardsteg, Sept. 2008
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Der Hardsteg (ursprünglich: Königswartersteg) ist ein Fußgängersteg am westlichen Rand der Fürther Innenstadt. Er besteht aus zwei Teilen, aus einer Brücke über die Rednitz und einem Steg von der Westseite dieser Brücke am Waldmannsweiher vorbei bis zur Cadolzburger Straße. Er kann nur von Fußgängern genutzt werden.


Geschichte[Bearbeiten]

Der Königswartersteg vor 1949

Der Steg erspart den Bewohnern von Hard und Billinganlage, die in die Innenstadt wollen, den Umweg über die Maxbrücke oder den Badsteg. Ein eiserner Fachwerksteg wurde 1887 über die Rednitz gelegt und auf den Namen Königswartersteg getauft. Der Namensgeber Wilhelm Königswarter war ein Gönner der Stadt und ihrer Einwohner. Zahlreiche Stiftungen und Schenkungen stammen von ihm, für den Brücken-Steg selbst spendete er 3000 Mark an den südwestlichen Vorstadtverein als Beihilfe zur Errichtung eines Steges über die Rednitz.[1]

Damit die Fußgänger auch bei dem allgegenwärtigen Hochwasser zur Hard und zurück gelangen konnten, wurde 1904 ein Hochwassersteg vom Königswartersteg bis zur Cadolzburger Straße gebaut. Er ist 2,5 m breit und mit einer Länge von 323 m die längste Fürther Brücke. Das erste Bauwerk kostete 11.000 Mark und musste 1920 und 1924 umfassend repariert werden. Die Holzkonstruktion wurde deshalb 1929 durch einen 46.600 RM teuren, eisernen Steg mit Zementdielen ersetzt. Da man vom Königswartersteg aus auf das fein säuberlich nach Geschlechtern und Zahlungsfähigkeit aufgeteilte Flussbad blicken konnte, wurde eine Wand angebracht, um die Badenden vor neugierigen Blicken zu schützen ("Tugendwand"). Der ursprüngliche Name „Königswartersteg“ wurde 1933 aus den ideologischen Gründen der Nationalsozialisten (Ausmerzung jüdischer Namen!) in „Hardsteg“ umbenannt. Nach 1945 beließ man es bei diesem Namen. Eine Renovierung des Stegs fand 1936 statt, dabei stützte man ihn durch hölzerne Notjoche. Bei Kriegsende sprengte man auch diesen Steg. Er wurde bald wieder notdürftig zusammengeflickt, wieder auf die Notjoche gestellt und sicherte bis 1949 den Übergang über die Rednitz.

Die Holzpfähle waren jedoch angefault und der Steg selbst schon ziemlich zusammengerostet. Deshalb erbaute die Stadt 1949 einen neuen Steg aus vorgespanntem Stahlbeton. Etwa 33 Jahre später stellte man Schäden fest, die eine Reparatur notwendig machten. Nach einer Renovierung 20 Jahre später hielt das immer wieder durch Hochwasser in Mitleidenschaft gezogene Bauwerk weitere 17 Jahre, bevor es 1986/87 durch ein auf Betonpfeilern ruhendes Holzbauwerk abgelöst wurde. Man wählte für den Oberbau Holz, um Reparaturen zu erleichtern. Die etwas zu weitmaschig verlegten Bohlen des Bodenbelags fingen jedoch immer wieder Stöckelschuhe und Schirmspitzen ein, so dass eine Verschleißschicht aus Brettern darübergelegt wurde.

In den Jahren 1989/91 ergaben die Prüfungen der Flußbrücke ernstere Schäden, die eine Nutzung des Steges über 1993 hinaus nicht erlaubten. Bald darauf wurde rd. 60 Meter weiter flussabwärts die jetzt bestehende Brücke errichtet und der Steg an diese angepasst. Dazu wurde im März 1994 das neue Brücken-Mittelteil mittels eines Krans von der Weiherstraße aus auf die Betonpfeiler gesetzt.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Volksmund hieß die Verbindung von der Hard zur Innenstadt schon früher „Hulzsteg“, auch als er durch einen eisernen Steg mit Zementdielen ersetzt wurde.

Lokalberichterstattung[Bearbeiten]

  • Hans Lotter: Stadt expandierte vor 70 Jahren am Westrand. In: Fürther Nachrichten vom 7. September 2001, Seite 35 - Druckausgabe

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fronmüller-Chronik, Eintrag 28. Dez. 1886
  2. Brückenschlag naht. In: Fürther Nachrichten vom 24. Februar 1994

Bilder[Bearbeiten]