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Das Parkhotel Fürth (vormals "Hotel National"; Rudolf-Breitscheid-Straße 15) war ein traditionsreiches Hotel mit 67 Zimmern am Rande der Fürther Freiheit. Bis zur Schließung am 30. September 2010 warb das Parkhotel mit dem Slogan: Das kleine Grand-Hotel im Herzen von Fürth. Im Erdgeschoss befand sich seit 1975 eine Fastfoodfiliale von Mc Donalds, die nach 37 Jahren am 1. September 2012 für immer ihre Pforten schloss[1].

Für das Bauprojekt Neue Mitte II wurde das Parkhotel ab 31. Juli 2013 vollständig abgetragen. Der Erhalt des Parkhotels und seines Festsaals war Gegenstand eines Bürgerbegehrens, welches der Verein Wir sind Fürth am 24. Januar 2013 gestartet hat.


Geschichte

 
Hotel National, historische Werbeanzeige von 1898
 
Das Parkhotel 1900.

Ursprünglich stand hier das Hotel "Andrä", in dem in der Nacht (14. März 1887) vor seinem Abbruch noch eine viel bestaunte Feuerwehrübung stattfand. Es war so beleuchtet worden, dass die Zuschauer glaubten, innen sei nur noch eine glühende Masse. Das 1888 erbaute "Hotel National" wurde als ein historistischer Sandsteinbau mit einem dominierenden Eckturm ausgeführt, die Baukosten lagen bei 825.000 Mark. Erbauer des Gebäudes war Fritz Walter, einer der ersten Architekten Fürths. Am 21. April 1913 wurde es für 435.600 Mark versteigert, der Zuschlag ging an Joh. Kasp. Kämpf aus Nürnberg. Nach einem vollständigen Umbau führte es seit seiner Neueröffnung am 2. Oktober 1913 den Namen "Parkhotel". Nach einem Bombentreffer am 21. Februar 1945 brannte das Gebäude bis zum zweiten Stock nieder. Die Fürther Nachrichten berichteten am 13. Januar 1953 über den bevorstehenden großen Umbau. Im Buch „Denkmäler in Bayern, Stadt Fürth“, steht auf Seite 144: „…ist durch Modernisierung und Aufstockung (19531955) so stark verändert worden, daß nur noch das Rückgebäude mit ehem. Festsaal im 1. Stock Denkmaleigenschaft besitzt.“ Bei dem, durch den Stadtrat genehmigten Umbau, wurde das Gebäude 1953/54 um zwei Geschosse erhöht (hatte somit 50 neue Zimmer und 20 Bäder), das Restaurant in den 1. Stock verlegt und unten das „Bambi“ Kino eingerichtet (eröffnet am 4. April 1953 als drittes Kino im Hotel, 182 Sitzplätze). 1956 wurde das Gebäude nach mehrmaliger Mahnung der städtischen Bauaufsicht verputzt.

Besonders schön war der zur Moststraße gelegene Festsaal im ersten Stock. Dieser zeitweise als Kino genutzte Saal war bis in die Gegenwart noch weitgehend erhalten, wurde jedoch im Inneren mehrfach verändert (Einzug von Zwischendecken) und zuletzt als Lagerraum genutzt. Im Zuge der Neubebauung für die "Neue Mitte I" sollte der Saal (nach vorherigem Abbruch) rekonstruiert werden und Platz für Gastronomie bieten.

Im Februar 2010 wurde bekannt, dass die noch im Festsaal vorhandenen, originalen Stuckmedaillons durch Unbekannte zerstört wurden.

Zum 30. September 2010 wurde das Parkhotel geschlossen und Ende 2010 an die Stadt Fürth verkauft, die es zwischenzeitlich an den Investor des neuen Einkaufsschwerpunkts weiterveräußert hat. An Stelle des Parkhotels entsteht ein Neubau. Widerstand leistete vor allem der Verein Wir sind Fürth, der eine Einbeziehung des historischen Hotelbaus in das Einkaufszentrum forderte und mit diesem Ziel im Januar 2013 ein Bürgerbegehren gestartet hat.

Bekannte Besucher und Veranstaltungen

 
Historische Postkarte mit Ludwigsbahnhof um 1930
 
Das Parkhotel 1950.
 
Parkhotel um 1954, nach dem aufstocken der oberen Stockwerke und vor dem verputzen der unteren Geschosse
 
Das Parkhotel 2009.
 
Abrissarbeiten des Parkhotels im Sept. 2013
  • Juni 1891: Mittelfränkischer Ärztetag[2]
  • 5. Juni 1915: König Ludwig III. von Bayern anläßlich des "Kanaltages" .
  • in der Zeit der Räterepublik Fürth vom 9. November 1918 bis zum 11. April 1919 tagte hier der Exekutivausschuss des Fürther Arbeiter- und Soldantenrates.
  • Zwischen dem 11. Dezember 1925 und dem 30. Januar 1926 trafen sich, unter anderem, Vertreter der Städte Fürth und Nürnberg und Theodor Croneiß zur Gründungsvorbesprechung zur Nordbayerischen Verkehrsflug GmbH, der späteren "Deutschen Verkehrsflug AG" im Frühstückszimmer des Parkhotels. Anfangs als Zubringerdienst für Mittelfranken und der Oberpfalz gegründet, wurde sie anfang der 1930er Jahre zu Konkurrenz der Süddeutschen Luft Hansa.
  • 13./14. März 1927: Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden.
  • Helga Ayala Deutsch, aus Tel Aviv - große Förderin des Jüdischen Museums in Fürth
  • 1947: Entertainer Peter Frankenfeld (als Angestellter des U.S. Special Service)[3]
  • 15. - 18. Dezember 1975: U.S. Außenminister Henry Kissinger[4] nebst Familie (Louis Kissinger & Paula Kissinger)
  • Bundeskanzler Gerhard Schröder, August 1998
  • Schauspielerin Ruth Drechsel
  • Schauspieler Hans Brenner
  • Regisseur und Schauspieler Wolfgang Spier
  • Schauspieler und Fernsehmoderator Hans-Joachim Kuhlenkampff
  • Besuchergruppen ehem. jüdischer Mitbürger

Literatur

Lokalberichterstattung

  • Der Stadtrat genehmigte den Aufbau des Park-Hotels. In: Fürther Nachrichten vom 20. Juni 1953, Seite 9
  • Hans von Draminski: Wertvolles Kulturgut sinnlos zerstört. In: Fürther Nachrichten vom 16. Juli 2010 - online abrufbar
  • Volker Dittmar: Das Ende einer illustren Ära. In: Fürther Nachrichten vom 30. September 2010 - online abrufbar
  • Woflgang Händel: 1000 Menschen strömten ins Parkhotel. In: Fürther Nachrichten vom 15. Dezember 2012 - online abrufbar
  • Johannes Alles: Architekt: Nicht immer gleich abreißen. In: Fürther Nachrichten vom 17. Mai 2013 online abrufbar
  • Wolfgang Händel/Hans-Joachim Winkler: Kirschtorte kann den Rathauschef nicht umstimmen. In: Fürther Nachrichten vom 10. Juni 2013 - online abrufbar
  • Wolfgang Händel: In letzter Minute: Appell gegen Abriss des Park-Hotels. In: Fürther Nachrichten vom 19. Juni 2013 - online abrufbar
  • Wolfgang Händel: Park-Hotel: Wirtschaftslobby greift Abrissgegner an. In: Fürther Nachrichten vom 25. Juni 2013 - online abrufbar
  • Dr. Michael Müller: Der Festsaal fällt – Fürth gibt auch jüdisches Erbe preis. Online-Artikel bei: Fürther Freiheit am 7. Juli 2013 FF
  • Wolfgang Händel: Abriss des Fürther Parkhotels ist in vollem Gange. In: Fürther Nachrichten vom 31. Juli 2013 - online abrufbar

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Johannes Alles: Das Ende einer Fastfood-Ära. In: Fürther Nachrichten vom 6. September 2012 online abrufbar
  2. * Dr. Emil Stark: Aus den Lebenserinnerungen des ersten Fürther Stadtarztes Dr. Johann Emil Friedrich Stark. In: Fürther Heimatblätter, 1968/2-3, S.31
  3. Peter Frankenfeld in Franken, Artikel bei RIJO RESEARCH, online abrufbar
  4. Damals und heute - Stadt Fürth und Landkreis Fürth, S.


Bilder