Stadelner Hauptstraße 96

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Ehemalige Stadelner Schule und Rathaus, heute Bürgeramt Nord, 2009
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Das Gebäude wurde 1866 als Schulhaus errichtet anstelle des alten Schulgebäudes Fischerberg 1. Nach dem Neubau der nächsten Schule 1939, diente das Gebäude von 1939 bis 1972 als Rathaus von Stadeln. Seit der bayerischen Gemeindegebietsreform 1972 befindet sich im 1. Obergeschoss das Bürgeramt Nord. Das Gebäude verfügt über eine Bruttogeschossfläche von über 560 qm, der letzte größere Umbau mit Aufstockung erfolgte 1957. Dabei wurde das Gebäude wegen des schlechten baulichen Zustandes bis auf das Erdgeschoss abgetragen und neu aufgebaut unter der Planung vom Fürther Architekten Fritz Fronmüller. 1957 konnte das Rathaus mit 17 Verwaltungsräumen und einen Sitzungssaal bezogen werden. Die heute noch vorhandene Rathausuhr wurde zu diesem Zeitpunkt auch mit eingebaut.

2019 kaufte die städtische Wohnbaugesellschaft WBG Fürth das Gebäude und sanierte es ab Juni 2019 nach über 50 Jahren. Die Sanierung umschließt die Gebäudehülle, die sich nach eigenen Angaben an den alten Plänen orientiert, sowie der kompletten Haustechnik inklusive Heizungsanlage. Auf die Fassade soll auch wieder das Stadelner Wappen angebracht werden. Neben dem Bürgeramt Nord nutzt das Gebäude auch das Bay. Rote Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr Stadeln sowie der Gehörlosenverein.[1] Bei der Sanierung entstehen im 1. Obergeschoss vorallem zwei Büroräume mit vier Arbeitsplätzen für die städtischen Angestellten. Zusätzlich wird ein Warteraum, ein Sozialraum sowie einen weiteren Raum für die benötigte IT eingerichtet. Während der Sanierung werden auch die Toilettenanlagen saniert. Die Sanierung begann am 28. Juni und wird vermutlich bis Ende des Jahres 2019 dauern. Während dieser Zeit ist die Dienststelle geschlossen.


Geschichte[Bearbeiten]

"Neues" Schulhaus von 1866. Aufnahme um 1930

In der Lohbauerschen Land-Chronik findet sich dazu folgender Eintrag:

Im Jahre 1866 wurde, da das alte Schulhaus sich nicht mehr als Schulhaus eignete, ein neues gebaut, und zwar an der Nordseite des Dorfes gegenüber dem Gasthause zum goldnen Engel. Die Leitung führte Herr Bauassistent Greding von Erlangen im Namen der kgl. Bauinspektion. Die Kosten beliefen sich auf 9 000 Gulden, wozu von der kgl. Regierung 500 Gulden Unterstützungsbaukosten aus der Kreiskasse gewährt wurden. Den Anstoß zum Neubau eines Schulhauses gab der Herr Lehrer Botz von hier, der damals mit einer Tochter des Landraths und Bürgermeisters Schmidt von Vach verlobt war. Da diese sich nicht geneigt zeigte, in das unpraktisch eingerichtete und unansehnliche Schulhaus einzuziehen, so sah sich Herr Botz veranlaßt, das alte Schulhaus als einen gebrechlichen Bau hinzustellen, und da es nach der Nordseite eine kleine Ausbiegung hatte, den nördlichen Giebel zu stützen und den Antrag zum Bau eines neuen Hauses zu stellen. Da die einflussreichsten Persönlichkeiten dahier dem Lehrer Botz wegen seiner Leutseligkeit sehr hold waren, wurde sein Antrag acceptirt und bald darauf zu einem Neubaue geschritten. Das alte Haus wurde öffentlich versteigert und zwar an den früheren Gemeindehirt Konrad Keßler um die Summe von 1 300 Gulden. Nachdem das alte Schulhaus verkauft war, wurde das Thürmchen von dem selben abgenommen, die Stützen wieder beseitigt und dient jetzt wahrscheinlich noch recht lange privaten Zwecken, umsomehr, da der jetzige Besitzer, der Schwiegersohn des verstorbenen Kessler, Herr Baumeister Konrad Fleischmann, dasselbe mit Schiefer belegen ließ, die dem Hause ein recht freundliches Ansehen gewähren. Während der Bauzeit des neuen Schulhauses wurde Lehrer Botz nach Weißenburg als Reallehrer befördert, nachdem er sich hier ein bleibendes Denkmal gesetzt hatte. Der erste Bewohner des neuen Schulhauses war der von Pappenheim hierher beförderte Lehrer Valentin Schlegel. Die feierliche Einweihung wurde am 16. Dezember 1866 nachmittags 2 Uhr in Gegenwart des Herrn Distriktsschulinspektors kgl. Stadtpfarrers Lehmus von Fürth abgehalten, welcher sich abends im Gasthaus zum goldenen Engel ein Festessen anschloss, an welchem sich 37 Personen betheiligten.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Hoffmann und Vereinskartell Stadeln: Festschrift 700 Jahre Stadeln, 1996

Lokalberichterstattung[Bearbeiten]

  • Hans Winckler: Frischzellenkur fürs Bürgeramt Nord. In: Fürther Nachrichten vom 16. Januar 2019 (Druckausgabe) - online abrufbar
  • fn: Baustelle - Bürgeramt Stadeln wird aufgemöbelt: Pause ab 28. Juni. In: Fürther Nachrichten vom 19. Juni 2019 (Druckausgabe) bzw. Baustelle: Bügeramt Stadeln macht zu. In: nordbayern.de vom 19. Juni 2019 - online abrufbar

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einblick - Das Magazin der WBG Fürth, Frühling 2019, S. 7
  2. Land-Chronik, Fürth 1892, S. 352

Bilder[Bearbeiten]